2026 | Haarspenden mit Wirkung:
390 Kilogramm Solidarität unter dem Hammer
Nürnberg / Rosenfeld - 390 Kilogramm gespendetes Haar, drei Lose, internationale Bieter und ein Erlös, der wieder einmal eindrucksvoll zeigt, welchen Wert diese Spenden tatsächlich haben: Die Haarversteigerung im Rahmen der BVZ-Mitgliederversammlung am 18. April in Nürnberg war auch in diesem Jahr weit mehr als ein fester Programmpunkt. Sie war ein sichtbares Zeichen für gelebte Solidarität, für Transparenz und für den verantwortungsvollen Umgang mit einer Spende, die für viele Betroffene von unschätzbarer Bedeutung ist.
Wie auch in den letzten Jahren moderierten Janette Seegräf und Thomas Vetterlein gewohnt inspirierend und mit viel Energie und Power die Versteigerung und brachten die im Laufe eines Jahres vom BVZ gesammelten Haare unter den Hammer. Den Zuschlag erhielten Katrien van Allemeersch von InfixHair aus Belgien sowie Gary Beattie von Freedom Hair aus Neuseeland, der online zugeschaltet war. Zwei bekannte Gesichter, wenn es um die Versteigerung der gespendeten Haare geht und die einmal mehr deutlich machten, dass es hier um einen ernstzunehmenden Markt eines wichtigen Rohstoffs, um fachkundige Einschätzung der Qualität der Haarspenden und um reale Werte, nicht um eine rein medienträchtige Symbolik geht.
Die Gesamtmenge von 390 Kilo wurde in drei Lots unterschiedlicher Größe aufgeteilt:
- Lot 1: 195,3 kg– Zuschlag an Katrien van Allemeersch für 105.000 Euro
- Lot 2: 122,2 kg – Zuschlag an Katrien van Allemeersch für 61.000 Euro
- Lot 3: 73,6 kg – Zuschlag an Gary Beattie für 35.500 Euro
Damit erzielten die 390 Kilogramm Haarspenden insgesamt 201.500 Euro.
Auch wenn damit in diesem Jahr weniger Kilogramm zusammenkamen als im Vorjahr, ist die Aussagekraft der Versteigerung ungebrochen. Im Gegenteil: Sie spiegelt auch die aktuellen Entwicklungen im Alltag vieler Salons wider. Es ist spürbar, dass Kundinnen und Kunden ihre Friseurbesuche häufiger verschieben und insgesamt seltener zum Friseur gehen. Weniger Besuche bedeuten am Ende oft auch weniger Haar, das gesammelt und gespendet werden kann.
Umso wichtiger ist der Hinweis von Janette Seegräf, dass nach wie vor viele abgeschnittene Haare schlicht im Müll landen, obwohl sie gespendet werden könnten. Genau darin liegt eine der zentralen Botschaften dieser Versteigerung: Haarspenden sind kein beiläufiges Nebenprodukt, sondern ein wertvoller Rohstoff, der Betroffenen zugutekommt und deshalb einen bewussten, verantwortungsvollen Umgang verdient.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die klare Haltung des BVZ: Mit Haarspenden wird kein Geschäft gemacht. Die Versteigerung steht für einen transparenten und nachvollziehbaren Prozess. Die Haare werden gesammelt, dokumentiert und offen versteigert. Der erzielte Erlös belegt dabei, dass es sich um eine seriöse und werthaltige Spende handelt. Wer die aufgerufenen Preise mit marktüblichen Einkaufspreisen für Haar vergleicht, erkennt schnell: Das in Nürnberg erzielte Niveau bewegt sich im oberen Bereich dessen, was für Rohhaar üblicherweise gezahlt wird. Das unterstreicht die Qualität des gesammelten Haares ebenso wie die Sorgfalt, mit der der BVZ diesen Prozess begleitet.
Gerade in Zeiten, in denen Transparenz und Glaubwürdigkeit für Verbände und Institutionen wichtiger sind denn je, setzt die Haarversteigerung ein starkes Zeichen. Sie zeigt, dass Spenden nicht im Ungefähren verschwinden, sondern konkret, nachvollziehbar und verantwortungsvoll behandelt werden. Und sie macht deutlich, dass aus vielen einzelnen Gesten der Solidarität am Ende etwas sehr Großes entstehen kann. Die Rapunzel-Haarversteigerung in Nürnberg hat damit erneut bewiesen, was sie seit Jahren auszeichnet: Sie ist ein Branchentermin kombiniert mit einem gemeinsamen Selbstverständnis der Mitglieder. Ein Selbstverständnis, das Verantwortung übernimmt, für die Spende, für die Menschen dahinter und für einen Umgang mit Haar, der dem Wert dieser besonderen Ressource gerecht wird.
April 2026
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BVZ-Haarversteigerung 2025: Rekorde, Emotionen und internationale Beteiligung
Ein starkes Zeichen für gelebte Solidarität im Rahmen der Messe „Die Zweithaar“
Frankfurt am Main/Rosenfeld – Die diesjährige Haarversteigerung des Bundesverbands der Zweithaar-Spezialisten e.V. (BVZ) am 06. April im Rahmen der Messe „Die Zweithaar“ übertraf alle Erwartungen: Noch nie war das Interesse so groß, noch nie wurden so viele Haare versteigert – und noch nie kam eine solch beeindruckende Spendensumme zusammen.
Insgesamt 560 Kilogramm gespendetes und im Laufe eines Jahres im Rahmen der Charity-Aktion „Rapunzel“ vom BVZ gesammeltes Echthaar kamen am 6. April im Hotel Scandic Frankfurt Hafenpark unter den Hammer – ein neuer Rekord. Auch die erzielte Summe von 492.000 Euro stellt alles bisher Dagewesene in den Schatten. Die Versteigerung war ein internationales Event: Bieterinnen und Bieter aus der Türkei, Israel, Neuseeland und Belgien beteiligten sich. Besonders bemerkenswert: Die Zuschaltung aus Neuseeland erfolgte live in der Nacht – dort war es immerhin schon ein Uhr morgens.
Das Moderatorenteam Janette Seegräf und Thomas Vetterlein führte routiniert und mit spürbarer Leidenschaft durch die Auktion. Bereits zum Auftakt sorgte ein besonderer Moment für Gänsehaut: Lily Böse, Tochter von Katja und Heiko Böse, sang ihr zusammen mit Jakob Ungethüm geschriebenes und komponiertes Lied „Wo ist der Sinn?“. In diesem bewegenden Song verarbeitet sie ihre persönliche Krankheitsgeschichte, denn schon im Alter von sechs Jahren hatte sie mit der Diagnose eines bösartigen Tumors zu kämpfen und stellte sich die Frage, wo der Sinn in all dem Leid sei. Durch eine Chemotherapie verlor sie ihre Haare und weiß darum auch genau, wie man sich ohne Haare fühlt und wie wichtig gut gemachter Haarersatz ist. Mit diesem Lied gewann sie bei „Jugend musiziert“ im Regionalwettbewerb Zwickau in der Kategorie Pop den ersten Platz. In Frankfurt rührte ihr Auftritt das Publikum zu Tränen – und wurde mit tosendem Applaus belohnt.
Die im Raum präsentierten Haarspenden überzeugten die Bieter schon bei der Besichtigung, die den ganzen Tag über möglich war, und man konnte einige bereits vor der Versteigerung mit dem Taschenrechner in der Hand sehen und dabei beobachten, wie sie kalkulierten. Die Versteigerung selbst war wie immer fesselnd wie ein Krimi. Die Bieter zögerten die Abgabe ihres Angebots nicht selten bis zu dem grundsätzlich mit Spannung erwarteten Satz „Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ hinaus und erhöhten ihr Gebot kurz bevor der Hammer fiel. Das erste Lot hielt noch eine ganz besondere Überraschung bereit: Einen einzigartigen Zopf mit 1,30 Meter Länge und einem Gewicht von knapp 1,5 Kilogramm. Dieser Zopf hat eine berührende Geschichte, wurde er doch einem Zweithaar-Spezialisten vor vielen Jahren in Thailand als Geschenk zusammen mit dem Wunsch übereicht, dass dieser Zopf einmal einem guten Zweck zugutekommen soll. Jetzt hat er seinen Bestimmungsort erreicht.
Die zu versteigernde Haarmenge wurde in drei Lots aufgeteilt, zwei davon gingen an Elli Weill von der Elfa Company bv aus Belgien. Das dritte Lot sicherte sich Kathrien van Allemeersch von InfixHair, ebenfalls aus Belgien – eine echte Stamm-Bieterin, die in den letzten Jahren regelmäßig den Zuschlag erhalten hatte.
Die Ergebnisse im Überblick:
- Lot 1: 287 kg für 251.000 € – Elli Weill, Elfa Company bv, Belgien
- Lot 2: 163 kg für 141.000 € – Elli Weill, Elfa Company bv, Belgien
- Lot 3: 110 kg für 100.000 € – Kathrien van Allemeersch, InfixHair, Belgien
Nach Abzug der Kosten geht der Reinerlös in diesem Jahr zu 60 Prozent an die Deutsche KinderKrebshilfe. Erstmals wurde beschlossen, die restlichen 40 Prozent auf sieben kleinere Organisationen zu verteilen:
- Hospiz Neuwied
- Ambulantes Palliativzentrum Leverkusen
- Hospiz am Buck Lörrach
- Rexrodt v. Fricks Stiftung
- Nina Leopold Stiftung Rosenfeld
- Elternhilfe für krebskranke Kinder in Leipzig
- Alopezia Areata Selbsthilfegruppe Krefeld
„Diese Auktion war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes“, so Ramona Herre, Geschäftsführerin des BVZ. „Die Haarspenden, das Engagement der Bieter, die emotionale Eröffnung durch Lily – das alles hat gezeigt, wie viel Herzblut in dieser Aktion und Arbeit steckt. Und wie viele Menschen sich mit uns für Betroffene stark machen.“
Ein Teil der Zöpfe stammt aus einer ganz besonderen Aktion von Münchens beliebtestem Radiosender Radio Gong 96.3. Was vor acht Jahren als Rapunzel-Challenge und Aufruf zur Haarspende begann, ist inzwischen eine fest geplante Veranstaltung im Kalender der Morning Show um Morningman Mike Thiel und Natalie Diehl. Anlässlich des Weltkrebstages am 04. Februar dieses Jahres hatte sich der Sender eine ganz besondere Aktion überlegt. Zusammen mit dem Vorlesefriseur Danny Beuerbach, der normalerweise in dieser Funktion Haarschnitte gegen Geschichten „verkauft“, wurden dieses Mal Haare an besonders prominenten und München-typischen Orten geschnitten, die Hörer konnten sich für den Schnitt im Vorfeld bewerben. Trotz wirklich bitterer Kälte schnitt Danny Beuerbach (@bookalook_and_read_my_book/#vorlesefriseur) vor dem Nymphenburger Schloss, auf dem Marienlatz, vor der Feldherrenhalle und im Hofgarten Hörern und Hörerinnen die Haare und sorgte damit - und auch dank dem von Radio Gong wie ein Freiluftsalon inszenierten Friseurstuhl - für große Aufmerksamkeit bei den Passanten. Da an diesem einen Tag natürlich längst nicht allen Spendenwilligen die Haare geschnitten werden konnte, arbeitet Radio Gong in ganz München verteilt mit circa 20 Friseursalons zusammen. Dort können sich Menschen mit langen Haaren auch heute noch – gegen die Haarspende natürlich – kostenlos die Haare schneiden lassen.
Auch für die nächste Auktion im April 2026 werden bereits jetzt wieder Zöpfe gesammelt. Voraussetzung für eine Spende: mindestens 30 cm Länge, chemisch unbehandelt, an beiden Enden abgebunden – idealerweise geflochten. Informationen zur Haarspende und zur Aktion „Rapunzel“ hier auf der Webseite.
17.04.2025
